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Einwärtsgedrehtes Lid (Entropium)

Bei einem Entropium ist das Lid nach innen gewendet. Die Wimpern scheuern auf der Augenoberfläche. Reizungen und Schädigungen des Auges sind mögliche Folgen


Entropium: Meistens bildet es sich am Unterlid

Was ist ein Entropium?

Wenn das Lid nach innen gewendet ist und die Wimpern auf der Augenoberfläche reiben, liegt ein Entropium vor. Die Fehlstellung kann an einem oder beiden Augen auftreten, am oberen wie am unteren Lid. Meistens ist aber das Unterlid betroffen. Mögliche Folgen sind Reizungen und Entzündungen der Bindehaut und Hornhaut. Auf der Hornhaut können Trübungen und Narben entstehen, die das Sehen behindern.

Der Augenarzt diagnostiziert ein Entropium auf den ersten Blick. Die Behandlung besteht darin, die Position des Augenlides zu korrigieren. Das gelingt am sichersten durch eine Operation. Bei einer frühzeitigen Therapie sind die Heilungschancen in der Regel gut. Ziel ist, zu verhindern, dass sich chronische Schäden am Auge entwickeln, die das Sehen nachhaltig stören.


Prof. Dr. med. Klaus G. Riedel

UNSER EXPERTE: Prof. Dr. med. Klaus G. Riedel, Facharzt für Augenheilkunde

Ursachen: Mit Abstand die häufigste Ursache des Entropiums sind altersbedingte Gewebeveränderungen. Nach einer Operation oder bei einer Augenentzündung entsteht manchmal durch eine Lidverkrampfung ein sogenanntes spastisches Entropium. Narben an der Innenfläche oder am Innenrand des Lides können es nach innen ziehen, sodass ein Narbenentropium resultiert. Selten ist ein Entropium angeboren.

Symptome: Wegen der Einwärtsdrehung des Lides ist die Kante nicht mehr sichtbar. Die verkürzt erscheinenden Wimpern scheuern auf dem Auge (Trichiasis). Es entsteht ein Fremdkörpergefühl. Die Bindehaut wird gereizt und kann sich entzünden. Das Auge ist dann vermehrt lichtempfindlich und gerötet, es brennt und tränt. Schleimig-eitriges Sekret kann auf eine beginnende Infektion mit Bakterien hinweisen. Eine starke Bindehautentzündung, mehr noch eine Schädigung (Erosion) der Hornhaut, beeinträchtigt das Sehen. Die gesunde Hornhaut ist glasklar. Bei einer Entzündung kann sie sich trüben. Akute Hornhautschädigungen sind zudem schmerzhaft.

Diagnose: Das Entropium stellt der Arzt auf den ersten Blick fest. Um mögliche Schäden an der Bindehaut und Hornhaut festzustellen, überprüft der Augenarzt den vorderen Augenabschnitt an der „Spaltlampe“ (Untersuchungsmikroskop). Bei Bedarf führt er weitere Untersuchungen durch, etwa klinische Tests am Augenlid. Eine Sehschärfenprüfung sollte immer zur Augenuntersuchung gehören. Bei Verdacht auf eine Infektion erfolgt eine Erregerbestimmung. Dies geschieht mittels eines Abstrichs von der Augenoberfläche oder einer kleinen, etwas tiefer entnommenen Probe.

Therapie: Der Augenarzt bringt das betroffene Augenlid wieder in seine normale Stellung. Dazu stehen ihm verschiedene Verfahren zu Verfügung. Bei einem spastischen Entropium kann ein Pflasterstreifen oder Einspritzen von Botulinumtoxin (BTX) helfen. Ist das Lid stärker oder ständig nach innen verlagert, wird eine Operation notwendig. Die Möglichkeiten reichen hier von „Zügelnähten“, die das Lid nach außen wenden, bis zu größeren Eingriffen. Dabei kommen auch plastische Techniken und die Verpflanzung (Transplantation) von Gewebe zum Einsatz. Manchmal benötigt das Auge eine schützende Kontaktlinse, die die Wimpern von der Oberfläche fernhält.
Infektionen und Entzündungen des Auges bedürfen der gezielten Behandlung mit geeigneten Augensalben oder Augentropfen. Andere Grunderkrankungen mit Auswirkungen auf die Augenlider obliegen der Therapie durch die zuständigen Fachärzte. Sie stimmen sich jeweils mit dem behandelnden Augenarzt ab. Normalerweise sind die Heilungschancen bei einem Entropium gut. Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, die Fehlstellung möglichst frühzeitig kontrollieren und behandeln zu lassen.

 


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; 27.01.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Klaus G. Riedel

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