Oberbegriff für weltweit auftretende meldepflichtige Infektionskrankheiten, die durch Bakterien der Gattung Yersinia ausgelöst werden. Hierzu gehören die durch Yersinia pestis hervorgerufenen Formen der Pest und Yersinieninfektionen des Darms (enterale Yersiniosen).
Ursache: Enterale Yersiniosen werden durch Yersinia enterocolitica oder seltener Yersinia pseudotuberculosis hervorgerufen, die im Tierreich weit verbreitet sind und über direkten Tierkontakt oder die Nahrungsaufnahme verseuchter tierischer Lebensmittel zum Menschen gelangen.
Befund: 10 Tage nach Ansteckung beginnt die Krankheit mit Fieber und Durchfällen, evtl. Erbrechen und krampfartigen Bauchbeschwerden, die oft im rechten Unterbauch am stärksten ausgeprägt und dann schwer von einer Blinddarmentzündung zu unterscheiden sind. Meist verläuft die Krankheit komplikationslos, bei Menschen mit gewissen genetischen Merkmalen können jedoch Gelenkentzündungen (reaktive Arthritis) oder Hauterkrankungen mit knotenartigen Hautveränderungen an den Unterschenkelstreckseiten (Erythema nodosum) auftreten.
Behandlung: Die unkomplizierte Yersiniose erfordert keine spezifischen Maßnahmen und heilt von selbst aus. Wie bei allen Durchfallerkrankungen sollten Betroffene ausreichend Flüssigkeit und Mineralien zu sich nehmen. Antibiotika bleiben schweren Krankheitsverläufen vorbehalten; die Behandlung der begleitenden Gelenk- oder Hauterkrankungen erfolgt mit Kortisonpräparaten und anderen entzündungshemmenden Medikamenten.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 04.05.2012
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