Sammelbegriff für verschiedene Störungen von Abbau und/oder Verwertung der Nahrung im Magen-Darm-Trakt. Verdauungsstörungen führen über einen längeren Zeitraum zu Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen, ohne dass daraus eine Mangelernährung im Sinne des Malassimilationsyndroms resultiert.
Ursache: Eine Verdauungsstörung kann die Folge entzündlicher Darmerkrankungen oder -tumoren sein, die u. a. zu einem Ungleichgewicht der Verdauungsenzyme führen. Eine andere mögliche Ursache ist die Veränderung der Bakterienflora im Dickdarm nach Infektionen, Antibiotikaeinnahme, übermäßigem Verzehr von kohlenhydrathaltigen Genussmitteln (insbesondere Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken) sowie einem Überangebot an eiweißhaltigen Nahrungsmitteln. Die veränderte Bakterienflora verursacht das Vergären von Kohlenhydraten (Gärungsdyspepsie) bzw. das Verfaulen von Eiweißstoffen (Fäulnisdyspepsie). Dabei bilden sich vermehrt entsprechende Abbauprodukte, insbesondere übel riechende Gase.
Befund: Die Gasbildung im Dickdarm führt zu dessen Aufdehnung und verursacht Völlegefühl und teilweise heftigen Druckschmerz. Darüber hinaus kommt es zu vermehrter Darmbewegung mit kolikartigen Schmerzen und schaumigen, unangenehm riechenden Durchfällen.
Behandlung: Neben der Behandlung einer evtl. bestehenden Grunderkrankung ist immer eine Nahrungsumstellung nach den Empfehlungen der leichten Vollkost (Ernährung) sinnvoll. Darüber hinaus trägt die Bevorzugung von Sauermilchprodukten zu einer Regulierung der Bakterienflora bei.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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