Knochenerkrankung, bei der Knochengewebe im Oberschenkelkopf abstirbt. Daraus resultiert zunächst eine Abflachung des Gelenkkopfes, später wird der Hüftkopf wieder aufgebaut. Die Perthes-Krankheit ist die am häufigsten auftretende aseptische Knochennekrose (Osteochondrose). Hauptsächlich sind Jungen im Alter zwischen 3 und 10 Jahren betroffen.
Ursache: Die Ursache ist unbekannt; möglicherweise spielen genetische Faktoren eine Rolle.
Befund: Die Kinder klagen über bewegungsabhängige Hüft- und Knieschmerzen. Eine Bewegungseinschränkung und ein Schonhinken können folgen. Wenn die Epiphysenfuge mitbetroffen ist, kommt es zu Wachstumsstörungen. Zur Diagnosestellung werden Röntgenaufnahmen, Ultraschalldiagnostik und Kernspintomografie herangezogen.
Behandlung: Bei leichten Formen reicht ein abwartendes Verhalten mit regelmäßigen Kontrollen und Krankengymnastik. Die Versorgung mit einer Entlastungsorthese (z. B. Thomas-Schiene; Orthese) oder operative Maßnahmen kommen in schweren Fällen zum Einsatz. Bei ausgeprägten Gelenkdeformierungen besteht die Gefahr von frühzeitigem Hüftgelenksverschleiß. Um den Hüftkopf nicht zu stark zu belasten, sollten Betroffene Sprungbelastungen vermeiden. Radfahren und Schwimmen wirken sich günstig aus.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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